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Jedes Elternteil hört von der Bauchlage — und fast jedes macht in der ersten Woche dieselbe Erfahrung: Das Baby hasst sie. Weinen nach zwanzig Sekunden, Aufbäumen, Protest. Also hören Sie auf und fragen sich, ob Sie etwas falsch machen.
Das tun Sie nicht. Hier steht, was Bauchlage wirklich ist, wie viel Ihr Baby tatsächlich braucht und wie daraus ein Moment wird, den Sie beide mögen.
Bauchlage bedeutet schlicht die Zeit, die Ihr Baby wach und beaufsichtigt auf dem Bauch verbringt. Es ist das erste Training seines Lebens. Den Kopf gegen die Schwerkraft zu heben stärkt Nacken, Schultern, Arme, Rücken und Rumpf — genau die Muskeln, die es später zum Drehen, Sitzen, Krabbeln und Laufen braucht.
Sie hilft außerdem, ein Abflachen des Hinterkopfes zu vermeiden, das häufiger vorkommt, seit Babys auf dem Rücken schlafen (und das zu Recht — die Rückenlage bleibt die sicherste Schlafposition).
Sie können in den ersten Tagen nach der Geburt beginnen. Die Regel lautet: kurz und oft, nicht lang und einmal.
Wählen Sie einen Moment, in dem das Baby satt, aber nicht voll ist (warten Sie 20–30 Minuten nach der Mahlzeit), ausgeruht und guter Laune. Direkt nach dem Wickeln passt oft perfekt.
1. Beginnen Sie auf Ihrer Brust. Legen Sie sich zurück und Ihr Baby bäuchlings auf Ihre Brust. Ihr Gesicht ist das Interessanteste auf der Welt — es hebt den Kopf, um Sie anzusehen, ohne zu merken, dass es dabei arbeitet.
2. Gehen Sie auf seine Höhe. Legen Sie sich auf den Boden, Ihrem Baby zugewandt. Sprechen Sie, singen Sie, schneiden Sie Grimassen. Bauchlage ist zu zweit viel weniger einsam.
3. Geben Sie ihm etwas Sehenswertes. In den ersten Monaten sieht ein Baby vor allem starke Kontraste — schwarz-weiße Kontrastkarten vor ihm wirken deshalb weit besser als buntes Spielzeug. Lehnen Sie eine Karte auf Augenhöhe an ein Kissen und beobachten Sie, wie viel länger es den Kopf oben hält.
4. Nutzen Sie eine Wasserspielmatte. Das ist der Trick, der die Bauchlage für die meisten Familien verändert. Schwimmende Meerestiere bewegen sich bei jeder Berührung, sodass das Baby dabeibleibt — und immer wieder drückt, greift und den Kopf hebt. Aus Sekunden werden Minuten.
5. Rollen Sie ein Handtuch unter die Brust. Wenn Ihr Baby Mühe hat, den Kopf zu heben, legen Sie ein kleines gerolltes Handtuch unter seine Brust, die Arme nach vorn darüber. Diese leicht erhöhte Position macht das Heben leichter und weniger frustrierend.
Weinen bedeutet nicht, dass die Bauchlage schlecht für Ihr Baby ist — es bedeutet, dass die Einheit zu lang war oder im falschen Moment kam. Nehmen Sie es hoch, trösten Sie es und versuchen Sie es später erneut. Zehn Einheiten von dreißig Sekunden sind mehr wert als ein fünfminütiger Kampf.
Zwei weitere Dinge helfen: den Ort wechseln (Bett, Krabbeldecke, Ihr Schoß, quer über Ihren Knien) und die Tageszeit wechseln. Viele Babys haben eine Tageszeit, zu der sie bereitwillig auf dem Bauch bleiben.
Jedes Baby entwickelt sich in seinem eigenen Tempo, aber sprechen Sie es bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung an, wenn Ihr Baby den Kopf immer zur selben Seite dreht, ihn mit etwa drei bis vier Monaten gar nicht heben kann, sehr steif oder sehr schlaff wirkt, oder wenn Sie eine bleibende flache Stelle am Kopf bemerken. Das sind häufige Dinge, die sich früh meist gut angehen lassen.
Wenig und oft, ab dem ersten Tag. Legen Sie sich mit auf den Boden. Geben Sie Ihrem Baby etwas Sehenswertes. Und denken Sie daran: Das Ziel ist nicht die Anzahl der Minuten — sondern dass Ihr Baby nach und nach gern auf dem Bauch liegt.